Kläranlage Masholder

Erweiterung der KA Masholder 2000/2001neue Schaltschränke

(Text aus der Informationsschrift Erweiterung KA Masholder 2000/2001)

ENTWICKLUNG DER ABWASSERENTSORGUNG FÜR DEN STADTTEIL BITBURG - MASHOLDER

Für den Stadtteil Bitburg-Masholder wurde erstmalig Ende der 60-iger Jahre mit den Erfassungs- und Planungsarbeiten für eine Ortskanalisation im Mischsystem begonnen. Mit der Aufstellung des Genehmigungsentwurfs durch das Tiefbautechn. Büro Georg Neu, Bitburg erfolgten auch die Planungen für eine biologische Kläranlage. Die wasserbehördliche Genehmigung datiert vom 27.06.1972. Realisiert wurde der Entwurf in den Jahren 1971 – 1972, wobei die Bauarbeiten für Flächenkanalisation, Hauptsammler und Kläranlage teilweise parallel durchgeführt worden sind.
  • Regenüberlaufbauwerk
  • Rechenanlage – Bogenrechen
  • Langsandfang
  • Regenklärbecken
  • Messrinne
  • Kompaktanlage – Fa. Passavant
  • Schlammsilo
  • Schlammtrockenbeete
  • Betriebsgebäude
ie Anlage war ausgelegt auf eine Belastung von 400 EW mit der Option einer Erweiterung durch Einbau einer parallelen Kompaktanlage gleicher Bauart. Im Jahr 1979 gingen die Abwasseranlagen des Stadtteiles einschl. Kläranlage in den Zuständigkeitsbereich des Eigenbetriebs Stadtwerke Bitburg über. Das Kanalnetz in der Ortslage wurde zunächst mit Beginn der 80`er Jahre durch die Realisierung eines neuen Wohnbaugebietes – "Auf Quart" – erweitert. Aufgrund der inzwischen gestiegenen Anforderungen an die Regenwasserbehandlung war es mit der Erstellung der Entwurfsunterlagen für das o. g. Neubaugebiet erforderlich, in der Kläranlage die Regenwasserbehandlung neu nachzuweisen. Hierzu wurde im Anlagenbereich ein neues Fangbecken errichtet. Der neue wasserbehördliche Genehmigungsbescheid datiert vom 21. 2. 1982. Eine weitere Vergrößerung des Ortsnetzes wurde im Jahr 1989 durch die Erschließung des Gewerbegebietes "Am Bittenbach" durchgeführt. Hier erfolgte der Bau einer Trennkanalisation mit Schmutzwasserpumpwerk. In der Kläranlage wurde im Jahr 1995 zur Verbesserung der Trennleistung im mechanischen Teil der Anlage der ursprünglich eingebaute Bogenrechen durch eine moderne Siebschnecke mit deutlich geringerer Spaltweite ersetzt. Der ursprüngliche Erlaubnisbescheid der Kläranlage wurde aufgrund geänderter gesetzlicher Grundlagen – Verschärfung der Mindestanforderungen, Abwasserabgabengesetz - mehrfach angepasst, letztmalig mit Datum 27. 1. 1997. Neben Investitionsmaßnahmen im baulichen Bereich wurde das Abwasser- und Wasserleitungsnetz des Stadtteiles im Rahmen der Aufstellung eines geografischen Informationssystems für die Stadtwerke im Jahr 1998 komplett mittels tachymetrischer Vermessung, Schachtbegutachtung und Kanalspülung mit anschließender TV-Befahrung erfasst und liegt seither in digitalisierter Form vor. Im Rahmen dieser flächendeckenden TV-Untersuchung wurde festgestellt, dass sich das Abwassernetz im Stadtteil Masholder insgesamt in einem relativ guten Zustand befindet.

ERSTELLUNG EINER STUDIE ZUR ÜBERPRÜFUNG DES BETRIEBSZUSTANDS DER KLÄRANLAGE MIT DARSTELLUNG VON ALTERNATIVEN ZUR ERWEITERUNG DER ANLAGE

 

Mit Erschließung der vorgenannten zusätzlichen Wohn- und Gewerbegebiete war inzwischen der ursprüngliche Anschlusswert der Kläranlage von 400 EW erreicht. In der Kompaktanlage zeigte sich zeitweilig im Nachklärteil eine nicht ausreichende Trennung von Belebtschlamm und Wasser. Parallel wurde mit Fortschreibung des Flächennutzungsplans angestrebt im Stadtteil Bitburg-Masholder weitere Wohnbauflächen auszuweisen. Aufgrund der Gesamtsituation wurde das Ingenieurbüro hydrodat, W. Hentges, Wißmannsdorf mit der Erstellung einer Studie zur Erfassung des aktuellen Betriebszustands und der Darstellung von Alternativen zur Sanierung bzw. Erweiterung der Anlage beauftragt. Die Ergebnisse der Studie wurden in einer Werksausschußsitzung der Stadtwerke am 18. 3. 1998 vorgestellt und beraten. Die Studie enthielt 4 Alternativen zur Erweiterung der Anlage mit zugehörigen Kostenrechnungen, wobei der Alternative 2 – Bau eines Kombibeckens – der Vorzug gegeben wurde. Die Ergebnisse der Studie wurde mit Vertretern der damaligen Bezirksregierung und des StAWA Trier intensiv diskutiert, wobei auch dort die Variante "Bau eines Kombibeckens" favorisiert worden ist.

Entwurfsplanung und Durchführung der Baumaßnahme
Im Oktober 1998 wurde das Ingenieurbüro hydrodat beauftragt, die erforderlichen Entwurfsunterlagen für eine Erweiterung der Kläranlage auf einen Anschlusswert von 800 EW aufzustellen. Wesentlicher Bestandteil der Entwurfsbearbeitung war auch eine Überprüfung der Regenwasserbehandlung im Hinblick auf die aktuellen Bemessungsgrundlagen. Hierbei konnte nachgewiesen werden, dass das bestehende Fangbecken ausreichend dimensioniert ist und somit eine Erweiterung dieses Teils der Anlage nicht erforderlich war. Nach verschiedenen Vorgesprächen wurden die Entwurfsunterlagen mit Antrag auf Ausstellung einer neuen wasserrechtlichen Erlaubnis im Juni 1999 der Genehmigungsbehörde vorgelegt. Nach zügiger Bearbeitung erfolgte die Erteilung der neuen wasserrechtl. Erlaubnis bereits im Oktober 1999. Die Maßnahme wurde zu Beginn des Jahres 2000 öffentlich ausgeschrieben. Mit den Bauarbeiten konnte im Sommer des Jahres begonnen werden. Der Umbau und die Erweiterung der Anlage erfolgten unter erschwerten Bedingungen weil, während der gesamten Maßnahme, der Anlagenbetrieb gewährleistet bleiben mußte. Nach ca. einjähriger Bauzeit wurden die neu errichteten Anlagenteile im Mai dieses Jahres erstmalig mit Abwasser beschickt und mit dem Probebetrieb der erweiterten Anlage begonnen. Die wasserbehördliche Abnahme der Anlage erfolgte am 26. 6. 2001 durch die Vertreter der SGD-Nord Regionalstelle WAB Trier. Eine Begehung mit der zuständigen Berufsgenossenschaft hat am 03. Juli des Jahres stattgefunden.neues Kombibecken mit innenliegender Nachklärung
neues Kombibecken mit innenliegender Nachklärung


neues Schlammsilo
neues Schlammsilo

Beschreibung der durchgeführten Maßnahmen

In der neu konzipierten Anlage bleibt die mechan. Vorbehandlungsstufe einschließlich Fangbecken in der ursprünglichen Form erhalten. Das ehemaligen Regenüberlaufbecken bleibt weiterhin erhalten und kann bei Betriebsstörungen, Fehleinleitung von Abwasser mit wassergefährdenden Stoffen und dergleichen jederzeit als Pufferbecken in Betrieb genommen werden. Da die Anlage vormals auf den, zum Zeitpunkt der Planung, üblichen 5-fachen Schmutzwasserdurchfluss ausgelegt war, sind die Bauwerke in der mechan. Vorbehandlung trotz Verdoppelung des Anschlusswerts, bei Auslegung auf den nunmehr nachzuweisenden 2-fachen Schmutzwasserdurchfluss, weiterhin ausreichend dimensioniert. Die Unterbringung der neuen elektro-, meß- und steuerungstechnischen Anlagen erfolgte im vorhandenen Wärterraum des Betriebsgebäudes. Aufgrund des Alters der bestehenden Anlagen, geltender VDE-Richtlinien sowie zur Realisierung eines durchgängigen Steuerungskonzeptes war es notwendig die Schaltfelder insgesamt zu erneuern. Hierzu gehörte auch eine Anpassung an die heute geltenden Sicherheitsbestimmungen und die Nachrüstung eines Blitzschutzes.
 

Neue Schaltschränke

Als Ersatz für die ansonsten zukünftig überlastete Kompaktanlage wurde ein neues Kombibecken mit feinblasiger Belüftung und getrennter Umwälzung zwischen ehemaligem RÜB und der bestehenden Kompaktanlage in Betonbauweise errichtet. Die Wahl einer feinblasigen Belüftung mit getrennter Umwälzung ermöglicht eine Optimierung des Sauerstoffeintrags abgestimmt auf den tatsächlichen Bedarf, der z. Zt. bei 50 % des Auslegungswertes liegt. Aus gleichem Grund ist auch der Einbau von 2 Gebläsen mit unterschiedlichen Leistungsstufen erfolgt. Hier wird zunächst das Gebläse mit der kleineren Leistungsstufe den Sauerstoffbedarf abdecken. Sofern die Anlage den Auslegungswert erreicht, ist das kleinere Gebläse in der Lage den Sauerstoffbedarf über einen Zeitraum von 24 h abzudecken. Das größere Gebläse ist auf eine Belüftungszeit von 16 h ausgelegt – Möglichkeit einer gesteuerten Denitrifikation.

 

Die Steuerung der Biologie erfolgt mittels O2-Sonde und Zeitschaltuhr in Verbindung mit einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS). Angepasst an die Tagesgangkurve der Zulauffrachten sind die Belüftungs- und Umwälzzeiten eingestellt. Aufgrund der beengten Verhältnisse wurde als Nachklärung mittig im Kombibecken ein vertikal durchströmter Nachklärteil als Edelstahleinsatz mit einer Vorrichtung für evtl. erforderlichen Schwimmschlammabzug eingebaut. Die Anordnung des Kombibeckens ermöglicht eine nochmalige Erweiterung der Anlage. Für die Unterbringung der Gebläse wurde aus Kostengründen eine Fertigteilgarage neben dem Betriebsgebäude errichtet. Über ein Operator-Panel können die für die Steuerung der Anlage relevanten Werte durch das Betriebspersonal verändert werden, ohne in die Programmierung der SPS direkt eingreifen zu müssen. Als weitere Messeinrichtung wurde in einem neu errichteten Ablaufmessschacht ein Messwehr für die Registrierung der eingeleiteten Abwassermengen installiert. Ferner wurde im Zulauf der Anlage eine pH-Wert-Messung zur Überwachung des zugeleiteten Abwassers nachgerüstet. Zur Erweiterung der vorhandenen Lagerkapazität sowie Vorentwässerung des Klärschlamms wurde ein Schlammsilo als Betonrundbehälter neu errichtet. Im Behälter sind die erforderlichen Einrichtungen für Trübwasserabzug und Umwälzung installiert. Die vorhandenen Schlammtrockenbeete blieben erhalten und wurden lediglich an der Bauwerkskrone saniert. Das Rücklaufschlammpumpwerk ist als angehängter Rechteckschacht direkt am Kombibecken angeordnet. Im vorhandenen Vorschacht der Schlammtrockenbeete erfolgte der Einbau der zusätzlich erforderlichen Beschickungspumpe für das neue Schlammsilo.

Neues Kombibecken mit innenliegender Nachklärung

Neues Schlammsilo -Technische Daten der Anlagen
Anschlusswert = 800 EW
Spitzenzufl. bei Trockenwetter = 2,8 l/s
Mischwasserzufluss = 5,7 l/s
BSB5 – Belastung = 48,0 kg/d

Durchmesser Kombibecken = 10,0 m
Wassertiefe Biologie = 4,0 m
Nutzvolumen Biologie = 245 m³
Förderleistung Gebläse 1 = 187 m³/h Nennleistung = 5,5 kW
Gebläse 2 = 125 m³/h Nennleistung = 4,0 kW
Belüftungseinrichtung
Schlauchmembranbelüfter = 30 Stück
Belüfterlänge insgesamt = 25 m

Umwälzung Biologie
langsamlaufender zweiflügiger Propeller
Durchmesser = 1,9 m
Motornennleistung = 1,75 kW
SchlammsiloNutzvolumen = 150 m³
Durchmesser = 6,0 m
Höhe = 6,0 m

Umwälzung Schlammsilo
schnelllaufender zweiflügiger Propeller
Durchmesser = 220 mm
Motornennleistung = 2,5 kW

InvestitionskostenBauwerke
baul. Teil = ca. 315.000,-- DM
Rohrverlegung, Außenanlagen = ca. 125.000,-- DM
Maschinentechn. Anlagen = ca. 214.000,-- DM
Elektrotechn. Anlagen = ca. 50.000,-- DM= ca. 704.000,-- DM
Kosten für Plannung, Bauleitung, Genehmigung, Untersuchungen und Außenanlagen:
ca. 90.000,-- DM
Gesamtkosten = ca. 794.000,-- DM

Ausführende Firmen - baulicher Teil:
Fa. Clemens Meerfeld e. K., 54570 Wallenborn
Maschinen- u. E-Technik: Fa. Wilhelm Blech OHG, 54576 Hillesheim
Planung, Bauleitung: W. Hentges, Berat. Ingenieur, 54636 Wißmannsdorf
Bitburg im Juli 2001

Aufgestellt:
Stadtwerke Bitburgin Verbindung mit dem Ingenieurbüro hydrodat, Wißmannsdorf
Ludwig Schumacher, Bernd Goeblet, Werner Hentges

Aktuelles

29.08.2019

Besucht uns, unseren Stand auf der Jobmesse in der Bitburger Stadthalle.

Die Jobmesse findet am Donnerstag 29.08.2019 von 10 bis 16 Uhr und Freitag 30.08.2019 von 9 bis 13 Uhr statt.

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13.05.2019

Bauarbeiten  im Bereich der Straße Am Römerquell

In der zweiten Maiwoche planen die Stadtwerke Bitburg den Beginn der Arbeiten zur Erneuerung der Wasserleitung und der Asphaltdeckschicht in der Straße Am Römerquell.

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